Was Vögel unter deinen Solarmodulen anrichten
Vögel unter deinen Solarmodulen sind zunächst vor allem eine Lärmbelästigung. Getrappel ab Sonnenaufgang, Geflatter über deinem Schlafzimmer. Nervig, aber nicht teuer. Die Rechnung kommt später, und sie besteht aus vier Dingen, die einzeln klein wirken, zusammen aber ordentlich ins Geld gehen.
1. Nistmaterial zwischen den Kabeln
Unter deinen Modulen verlaufen Kabel und sitzen Steckverbinder. Eine Taube oder ein Star schleppt Zweige, Moos und Flaum hinein und stopft das in jeden freien Raum, also auch zwischen diese Kabel. Das bringt zwei Risiken mit sich. Ein Kabel, das verzogen oder angepickt wird, kann eine Störung verursachen oder einen ganzen String ausfallen lassen. Und trockenes Nistmaterial an beschädigten Leitungen unter einem heißen Modul ist eine Kombination, die du nicht auf deinem Dach haben willst.
Das Ärgerliche ist, dass du nichts davon merkst, bis dein Wechselrichter ausfällt oder dein Ertrag plötzlich zurückbleibt. Und dann stehst du mit einem Techniker auf dem Dach, was schnell teurer ist als eine Rolle Bürste.
2. Schmutz auf und unter dem Glas
Kot auf den Modulen selbst hält Licht ab, das versteht sich von selbst. Weniger bekannt ist, was an der Unterseite passiert. Der Spalt unter einem Modul ist nicht umsonst da: Die Luft, die dort entlangströmt, führt die Wärme ab. Ist dieser Spalt voller Federn, Zweige und Kot, strömt weniger Luft und das Modul bleibt wärmer. Ein Solarmodul, das seine Wärme nicht loswird, liefert weniger. Wie viel genau, hängt von deinem Dach, deinem Modultyp und davon ab, wie zugesetzt es ist, eine allgemeine Zahl lässt sich also nicht nennen. Dass es in die falsche Richtung geht, steht aber fest.
3. Eine Dachrinne, die überläuft
Alles, was die Vögel hineinschleppen und wieder herausbefördern, landet am Ende in deiner Dachrinne. Nistmaterial, Federn, Eierschalen. Eine Rinne, die verschlammt, läuft bei einem kräftigen Schauer über, und dann bekommst du nasse Fassaden, Pfützen am Fundament und im Winter Eis an Stellen, wo es nicht hingehört.
Genau deshalb wird die dickste Größe, Ø20 cm, auch als Dachrinnenschutz verwendet. Dieselbe Bürste, anderer Ort: Sie liegt in der Rinne und hält Laub und Nistmaterial über dem Wasser, sodass der Abfluss frei bleibt.
4. Die Fassade und die Terrasse darunter
Taubenkot ist aggressiv und haftet auf gestrichenem Holz, Naturstein und Zink. Je länger er dort bleibt, desto schwerer geht er ab. Bei einer Starenkolonie kommt noch ein zweites Problem hinzu: Nistmaterial zieht Milben an, und die finden durch Ritzen ihren Weg ins Haus. Das ist keine Katastrophe, aber Arbeit, auf die du gern verzichtet hättest.
Was du dagegen tun kannst
Die Reihenfolge ist einfach: erst prüfen, ob noch Vögel oder Nester da sind, dann abdichten. Gibt es eine Brut, wartest du, bis die Jungen ausgeflogen sind; dazu gibt es einen eigenen Artikel. Ist das Dach leer, machst du den Bereich sauber und verschließt die Öffnung mit einem Bürstenstreifen, der etwas dicker ist als der Spalt. Er klemmt sich selbst fest, du musst nicht bohren, und die Belüftung funktioniert weiter.
Bist du dir bei der Größe oder der Meterzahl unsicher, geh kurz den Größenberater durch. Er fragt nach deinem Spalt und deiner Modulanzahl und rechnet aus, welche Rollen du brauchst.